Tiny Tiny RSS – der (fast) perfekte Feedreader bzw. Feedaggregator

Irgendwann vor vielen Monaten entschloss ich mich, meine Feed-Abos nicht mehr umständlich via OPML-Datei zwischen meinen Gerätschaften zu synchronisieren, sondern übergab die Aufgabe  des Sammelns und Auslieferns der Nachrichten Google Reader. Vor nicht ganz so vielen Monaten entschloss sich ungünstigerweise Google, sein Reader-Projekt einzustellen.

Also wieder zurück zur OPML-Jongliererei? Oder dem nächstbesten anderen Dienst an den Hals werfen? Oder nicht mehr surfen? Oder:

Tiny Tiny RSS entdecken

Durch Zufall entdeckte ich im Google-Play-Store die Android-App Tiny Tiny RSS. Neugierig ob der wenigen, aber hervorragenden Kritiken las ich mich ein wenig auf der Projektseite ein und war schnell angetan.

Bei Tiny Tiny RSS handelt es sich in erster Linie um ein Aggregator, also eine Anwendung, die die Feeds sammelt und nach Nutzerwunsch strukturiert und ausgibt. Zu diesem Zweck muss TT-RSS auf dem hoffentlich vorhandenen eigenen Webspace installiert werden. Dieser muss PHP  5.3 oder höher sowie eine Datenbank  – PostgreSQL oder MySQL vonnöten, dazu natürlich entsprechend Speicherplatz und Traffic.

Tiny Tiny RSS - Browser-Darstellung

Tiny Tiny RSS – Browser-Darstellung

Die Installation gestaltet sich relativ einfach:

  • die Programmdateien via FTP in ein beliebiges Verzeichnis auf dem Server platzieren
  • Installations-Script starten und die benötigten Daten eintragen
  • Programm nach eigenen Wünschen konfigurieren
  • evtl. bestehende Feedliste (ein letztes Mal) via OPML einlesen

Auch wenn der Name Tiny Tiny RSS es vermuten lässt, der Funktionsumfang ist gigantisch, dabei ist die Software alles andere als unübersichtlich. Kurz die aus meiner Sicht wichtigsten Funktionen:

  • Feed-Einstellungen: Jeder Feed kann abweichend von globalen Einstellungen mit einem eigenen Aktualisierungsintervall versehen werden. Passwortgeschützte Feeds werden unterstützt, Bilder können eingebettet und / oder lokal zwischengespeichert werden.
  • Ordnung: Neben dem Platzieren in Ordnern lassen sich die Artikel auch mit einem Stern als besonders wichtig markieren  – soweit so bekannt. Jedoch können auch Labels vergeben werden, um Artikel detaillierter zu strukturieren. Die Labels können manuell vergeben werden oder via Filterfunktion automatisiert zugeordnet werden.
  • Fehlerhafte oder inaktive Feeds werden gesondert hervorgehoben.
  • Feeds können „veröffentlicht“ werden, d.h. es wird ein individueller RSS-Feed mit vorab ausgewählten und bei Bedarf kommentierten (sic!) Artikeln erzeugt, der über eine bestimmte URL anderen zur Verfügung gestellt werden kann.
  • Artikel können geteilt werden.
  • Die gesamte Darstellung kann modifiziert werden oder man nutzt eines der zahlreichen Themes
  • Das Programm ist kostenlos und Open-Source.
  • Die flotte Android-App bietet neben einem recht vollständigen Funktionsumfang auch die Möglichkeit, Artikel auf das Gerät herunterzuladen, also offline zur Verfügung zu stellen und spart so wertvollen und teuren Traffic.
Tiny Tiny RSS - Android-App (Tablet-Modus)

Tiny Tiny RSS – Android-App (Tablet-Modus)

Fazit und Links

Tiny Tiny RSS erfordert zweifelsfrei mehr Zeit bei Einrichtung und Einarbeitung, belohnt jedoch mit einem allumfassenden Funktionsumfang einer guten Webdarstellung einer sehr gelungenen App und zu guter Letzt: Das Programm läuft völlig unabhängig von den Launen eines Konzerns auf dem eigenen Webspace..

Folgende Artikel haben meine Einarbeitung deutlich beschleunigt und erleichtert:

4 Gedanken zu „Tiny Tiny RSS – der (fast) perfekte Feedreader bzw. Feedaggregator

  1. Alex L

    Netter Feedreader ist dieser TinyTiny RSS und ich hatte ihn schon mal im Test. Aber da ich vorher schon von GoogleReader zu Feedly gewechselt habe, bin ich auch dabei geblieben. Feedly bietet mir alles was ich brauche. Oh man, es gibt ja Dutzende von Feedreadern dadraussen und man kann sich kaum entscheiden. Man muss wirklich dies und jenes testen.

    1. Timo

      TT-RSS macht schon ein wenig mehr Aufwand, speziell die „Updaterei“. Der Lohn ist ein freies System mit mächtigem Funktionsumfang und einer Spitzen-App, die mittlerweile den PC in puncto Nutzungsdauer abgelöst hat.

  2. Jens

    Ich bin auch seit einer Weile auf der Suche nach dem richtigen Reader. Derzeit habe ich Newsify drauf, welcher bisher der erste ist, der mir ganz gut gefällt und bei dem ich das Gefühl habe, dass er durch mich hinsichtlich meiner Anforderungen intuitiv zu bedienen ist.
    Tiny Tiny habe ich aber noch nicht getestet, wenn mir mein Gedächtnis keinen Streich spielt. Vielleicht teste ich den auch mal, scheint so vom Lesen her mit meinen Anforderungen einigermaßen konform zu gehen.

    Gruß,
    Jens

  3. Pingback: Tiny Tiny RSS in a nutshell – 10 Tipps zum Einstieg | tobiaskut.de

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